Nach einem von Volatilität geprägten Jahr 2025 zeigt sich die Private-Equity-Branche für 2026 grundsätzlich optimistisch, wenn auch verhalten. Zwar erwarten über 80% der von Deloitte befragten Führungskräfte steigende Deal-Volumina, doch der Fokus hat sich verschoben. Das vergangene Jahr war durch extreme Marktschwankungen und geopolitische Unsicherheiten gezeichnet, was zu einer starken Konzentration geführt hat: Allein 20 Transaktionen machten ein Drittel des gesamten US-Dealwerts aus.
Für das Jahr 2026 prognostiziert Deloitte daher eine „Ausweitung der Kluft zwischen Blockbuster-Transaktionen und einem im Stillen wiedererstarkenden Mittelmarkt“. Da die Anzahl der Deals insgesamt stagnierte, suchen Investoren verstärkt nach Gelegenheiten in kleineren und mittleren Segmenten, die zuletzt oft unterbelichtet blieben.
Finanzierung im Wandel: Cash statt Kredit
Ein markanter Trend ist der Rückzug von klassischer Fremdfinanzierung. Angesichts herausfordernder Bedingungen und eines Rekordhochs an CCC-Ratings bei mittelständischen Kreditnehmern wächst die Vorsicht gegenüber hoher Verschuldung.
- Der Anteil der Barfinanzierungen stieg auf 40%.
- Die Nutzung von Privatkrediten sank im Jahresvergleich um sechs Prozentpunkte.
- All-Equity-Deals gewinnen an Bedeutung.
Trotz der schwierigen Finanzierungslage stützen hohe Barreserven und erhebliches „Dry Powder“ (nicht investiertes Kapital) den Markt und halten den Wettbewerb um attraktive Zielunternehmen hoch.
KI als Werkzeug und strategischer Fokus
Technologie ist längst kein reines Investitionsziel mehr, sondern integraler Bestandteil des Prozesses. Fast alle Befragten gaben an, Künstliche Intelligenz über den gesamten M&A-Lebenszyklus hinweg einzusetzen – von der Due Diligence bis zur Post-Merger-Integration. Rund 83% der Dealmaker erwarten, dass KI die Entscheidungsfindung in den nächsten zwei Jahren moderat bis signifikant beeinflussen wird.
Rückzug auf heimische Märkte
Geopolitische Risiken und Handelsspannungen hinterlassen deutliche Spuren in der globalen Ausrichtung. Der Anteil der vornehmlich grenzüberschreitenden Deals sank binnen eines Jahres von 36% auf 24%. Viele Unternehmen konzentrieren sich stattdessen auf den heimischen Markt oder nutzen die Veräußerung von Auslandsniederlassungen multinationaler Konzerne als selektive Einstiegschance.
„Die Gewinner im Jahr 2026 werden wahrscheinlich diejenigen sein, die agil bleiben, diszipliniert bei der Bewertung vorgehen und bereit sind, Kapital dort einzusetzen, wo Skalierbarkeit weniger zählt als die operative Ausführung“, so das Fazit des aktuellen M&A Trends Survey von Deloitte.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Anpassungsfähigkeit das Gebot der Stunde bleibt. Da fast 30% der Befragten unsichere Marktbedingungen als größte Herausforderung für den Transaktionserfolg sehen, wird der Erfolg im Jahr 2026 weniger von der schieren Größe der Deals als vielmehr von präziser Umsetzung und strategischer Flexibilität abhängen.
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