Eine Auswertung von Quartalsdaten der vergangenen 25 Jahre bescheinigt Private Equity eine deutliche Outperformance gegenüber börsennotierten Wertpapieren. Laut der Studie der Private-Markets-Plattform Moonfare, die auf Daten von PitchBook und Yahoo! Finance basiert, erzielte globales Private Equity zwischen 2000 und 2024 eine annualisierte Rendite von 12,7%. Im gleichen Zeitraum kam der US-Leitindex S&P 500 auf lediglich 7,7%.
Resilienz in Krisenzeiten
Die Analyse hebt hervor, dass sich private Beteiligungen in fast allen großen wirtschaftlichen Schocks – von der Dotcom-Blase über die Finanzkrise bis hin zur Covid-19-Pandemie – als widerstandsfähiger erwiesen. Ein markantes Beispiel liefert die globale Finanzkrise: Während der S&P 500 um 45,8% einbrach, gab der Private-Equity-Index lediglich um 24,8% nach. Einzig während der Eurokrise blieb das Segment nach zwölf Quartalen leicht hinter dem öffentlichen Markt zurück.
Diese geringere Volatilität wird teilweise auf die Struktur der privaten Märkte zurückgeführt. Da Bewertungen nicht täglich an der Börse schwanken, sondern auf realisierten Cashflows und periodischen Bewertungen basieren, verlaufen die Zyklen weniger extrem. Dennoch bestätigen die Daten, dass PE-Anlagen in Kontraktionsphasen der Wirtschaft weniger stark korrigieren und in Expansionsphasen dennoch wettbewerbsfähige Renditen liefern.
Überlegenheit gegenüber dem 60/40-Modell
Auch auf Portfolioebene zeigen sich deutliche Unterschiede. Moonfare verglich das klassische 60/40-Modell (60% Aktien, 40% Anleihen) mit alternativen Allokationen. Eine hypothetische Investition von 100.000 US-Dollar wäre in einem klassischen Portfolio über 25 Jahre auf rund 507.000 US-Dollar angewachsen. Mit einer Beimischung von 20% Private Equity (50/30/20-Modell) wäre das Endkapital hingegen auf etwa 685.000 US-Dollar gestiegen.
„Die Geschichte zeigt, dass Private Equity Markterschütterungen und Konjunkturzyklen besser standhalten kann“, erklärt Mike O’Sullivan, Chefökonom von Moonfare. Die Daten würden verdeutlichen, warum Performance am besten über ganze Zyklen hinweg beurteilt werden sollte.
Langfristige Strategie statt „Alternative“
Während Private Equity und auch Private Debt (9,5% CAGR) überzeugten, schnitt Venture Capital mit 5,9% schwächer ab. Dies wird primär auf die extrem hohen Bewertungen zu Beginn des Betrachtungszeitraums während der Dotcom-Ära zurückgeführt.
Für Steffen Pauls, Gründer und Co-CEO von Moonfare, ist die Schlussfolgerung klar: „Unsere Analyse zeigt: Während der großen Schocks in den letzten 25 Jahre haben private Vermögenswerte Anleger:innen geholfen, ihr Kapital in Abschwungphasen zu erhalten und über ganze Zyklen hinweg zu vermehren.“ Private Märkte sollten daher laut Pauls ein „zentraler Bestandteil langfristiger Portfolios sein – nicht nur eine ‚Alternative‘ am Rand.“
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