Liquiditätsmanagement und selektives Fundraising
Die Private-Market-Branche befindet sich an einem Wendepunkt, wie Adams Street Partners im Rahmen einer Pressemitteilung an PrivateMarkets360 mitteilte. Trotz der Erwartung von 84% der Limited Partners, dass Private Markets öffentliche Märkte langfristig übertreffen werden, rückt das Thema Liquidität massiv in den Vordergrund. Ganze 90% der Befragten gehen davon aus, dass Liquiditätsbeschränkungen ihre Strategie im Jahr 2026 maßgeblich beeinflussen werden.Infolge schwächerer Ausschüttungen passen Investoren ihr Investitionstempo an und nutzen verstärkt den Sekundärmarkt sowie Continuation Vehicles zur Steuerung der Cashflows. Dieser Druck spiegelt sich auch im Fundraising wider: Nur noch 53% der LPs planen, ihre Zusagen an bestehende Manager zu erhöhen (zuvor 67%), während die Bereitschaft für Neuengagements auf ein Fünfjahrestief gesunken ist.
Fokus auf Mid-Market und operative Exzellenz
Angesichts von Marktvolatilität, Zinsen und Inflation setzen 72% der Investoren auf Mid-Market-Fonds, denen sie eine bessere Performance zutrauen als Large- oder Mega-Buyout-Fonds. Der Fokus verschiebt sich damit von reinem Leverage oder schierer Größe hin zu operativer Wertschöpfung. Jeffrey Diehl, Managing Partner bei Adams Street, betont: „Private Markets befinden sich nicht mehr in einer Phase einfacher Liquidität oder steigender Bewertungsmultiplikatoren. Das Umfeld ist anspruchsvoller geworden“.
Europa als attraktivste Investmentregion
Eine signifikante Verschiebung zeigt sich in der geografischen Präferenz: Europa hat Nordamerika als attraktivste Region für Private-Market-Investitionen im Jahr 2026 überholt. Investoren begründen dies mit attraktiveren Bewertungen und Chancen im europäischen Mid-Market, während geopolitische Spannungen – insbesondere zwischen den USA und China – zu einer stärkeren geografischen Diversifikation führen.
KI als integraler Bestandteil der Due Diligence
Künstliche Intelligenz hat sich von einem Trendthema zu einer Basiskompetenz entwickelt. Während 28% der LPs technologische Disruption als zentrales Risiko sehen (Vorjahr: 17%), fordern sie gleichzeitig deren Integration in die Prozesse der General Partners. „KI ist kein optionaler Wettbewerbsvorteil mehr. Sie ist zu einem wichtigen Werttreiber geworden“, so Diehl. Erwartet wird der Einsatz von KI nicht nur in den Portfoliounternehmen, sondern auch im Sourcing, der Due Diligence und dem Portfolio-Management.
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