Highlights der Private Markets Fokus Konferenz in Wien

Die „Demokratisierung“ der Private Markets steht vor einem entscheidenden Belastungstest. Im Rahmen der Premiere der „Private Markets Fokus Konferenz“ im KLYO Wien diskutierten internationale Experten und österreichische Investoren-Schwergewichte über Liquiditätsrisiken, Bewertungsrealitäten und den offiziellen Launch des Private Markets Navigator. Ein tiefgehender Rückblick auf einen Abend im Zeichen der Professionalisierung.

Investoren

24.03.2026 10:15 Uhr
© PrivateMarkets360
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Das Versprechen der „Demokratisierung“ von Private Markets wurde zuletzt durch strukturelle Realitätschecks auf die Probe gestellt. Vor diesem Hintergrund luden die CFA Society Austria und PrivateMarkets360.com (e-fundresearch.com) am 18. März 2026 zu einer fachspezifischen Konferenz ein, die mit einem „Full House“ an Finance Professionals die hohe Relevanz des Themas unterstrich. Stefan Moser (CFA Society Austria) betonte zur Eröffnung, dass das enorme Interesse an der Assetklasse trotz – oder gerade wegen – der aktuellen Schlagzeilen ungebrochen sei.

Premiere: Der Private Markets Navigator geht live

Ein zentraler Meilenstein des Abends war der offizielle Live-Startschuss für den Private Markets Navigator durch Simon Weiler (e-fundresearch.com). Diese Educational-Plattform ist die Antwort auf ein identifiziertes „gefährliches Halbwissen“ im Markt. Unterstützt wird sie von Natixis Investment Managers als Hauptsponsor – dessen Senior Sales Director, Kevin Dunzel, CFA®, zu Beginn einige einleitende Worte an die Besucher richtete – sowie von Education-Partnern wie dem BAI und Scope Research. Das Tool bietet modulare Masterclasses und Zertifizierungen an mit dem Ziel, die Ausbildung von Investment-Professionals auf ein fundiertes Niveau zu heben, wobei die Plattform bewusst „agnostisch“ gegenüber verschiedenen Asset Managern agiert.

Simon Weiler präsentiert den Private Markets Navigator im KLYO

Analyse: „Volatility Laundering“ und die Realität der Korrelation

Julien Dauchez (Head of Solutions, Natixis IM) analysierte in seiner Keynote die Entwicklung des globalen Marktes, der aktuell rund 15 Billionen USD umfasst und sich bis 2035 verdoppeln dürfte. Er adressierte offen den Vorwurf des „Stale Pricing“ oder „Volatility Laundering“ – die Tendenz, dass Private-Equity-Bewertungen über Quartale hinweg flach erscheinen. Dauchez präsentierte statistische „De-Smoothing“-Verfahren, um die wahre Korrelation zu liquiden Assets abzubilden. Sein Fazit: Selbst bei einer realistischeren, höheren Volatilitätsbetrachtung bieten Private Assets signifikante Diversifikationseffekte für moderne Portfolios. Interessant dabei: Während Family Offices massiv in Private Equity investieren, bevorzugen Versicherungen aufgrund regulatorischer Vorteile (Solvency II) eher Private Credit.

Julien Dauchez spricht in seiner Keynote über Prognosen zum Private-Asset-Markt

Private Credit: US-Strukturkrise vs. Europäisches Potenzial

Raman Rajagopal (Invesco) lieferte einen detaillierten Blick auf den Private-Credit-Sektor und die jüngsten Gating-Schlagzeilen aus den USA. Er identifizierte das Problem primär in US-spezifischen Business Development Companies (BDCs), die teils hohe Konzentrationen im Softwaresektor aufbauten. Das Risiko durch KI, das IP-basierte Geschäftsmodelle ohne physische Assets gefährdet, führe dort zu Stress im System. Für den europäischen Markt zeichnete Rajagopal jedoch ein optimistisches Bild: Hier seien die Strukturen oft konservativer, die Spreads lägen teils über US-Niveau und die Assetklasse biete weiterhin eine attraktive Illiquiditätsprämie gegenüber liquiden Krediten.

Raman Rajagopal während seiner Masterclass zu globalen Kreditmärkten

Das Panel: Institutionelle Due Diligence als „Ehe auf Zeit“

In der von Simon Weiler moderierten Paneldiskussion trafen zwei gegensätzliche, aber komplementäre Welten aufeinander. Michael Kirnstötter (Senior Investment Manager, VBV-Gruppe) vertrat die Sichtweise eines institutionellen Schwergewichts mit seit vielen Jahren etablierter, strategischer Private-Markets-Quote. Er mahnte zur Vorsicht bei der „Demokratisierung“: Ein zu schnelles Wachstum von Managern im Retail-Segment wertet er oft als Warnsignal für nachlassende Allokationsqualität. Kirnstötter beschrieb den Selektionsprozess als „harte Arbeit wie in einer Ehe“, die nach der „Honeymoon-Phase“ eine aktive Beteiligung in Kontrollgremien (LPAC) erfordert.

Alexander Smid, CFA (Head of Investments, Erste Bank), reflektierte den fast zehnjährigen Lernprozess seines Hauses. Er betonte, dass die Ausbildung der Berater oft schwieriger war als die Überzeugung der Kunden. Smid warnte vor Billig-Angeboten digitaler Broker und plädierte für einen verantwortungsvollen Vertrieb. In Bezug auf die aktuelle Marktsituation stellte er klar: Gating ist kein Systemfehler, sondern ein immanentes Schutzinstrument für Bestandsanleger, das Teil des Produktdesigns ist. Ebenfalls überzeugt ist Smid davon, dass der ELTIF 2.0 für den österreichischen Markt ein essenzieller „Game Changer“ ist, um den Zugang rechtlich sicher zu gestalten.

Das Panel mit Michael Kirnstötter und Alexander Smid im intensiven Austausch

Die Konferenz machte deutlich, dass Private Markets trotz aktueller Turbulenzen fester Bestandteil moderner Portfolios bleiben – vorausgesetzt, das Bildungsniveau hält mit der Komplexität Schritt.

P.S.: Exklusiv für unsere Leser: In den kommenden Tagen veröffentlichen wir die inhaltlichen Highlights der Masterclasses sowie Video-Zusammenfassungen der Paneldiskussion direkt im Private Markets Navigator. Registrieren Sie sich jetzt kostenfrei, um keine Updates zu verpassen!

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