Private Markets als Renditetreiber im Longterm-Check
Wie Aberdeen Investments im Rahmen einer Pressemitteilung an PrivateMarkets360 erklärte, hat ein gleichgewichteter Korb aus Private-Markets-Anlagen traditionelle Portfolios über das letzte Vierteljahrhundert signifikant übertroffen. Während globale Aktien im Zeitraum von 2000 bis September 2025 eine Gesamtrendite von 359% und klassische 60/40-Portfolios lediglich 309% erreichten, lieferte die Kombination aus Private Equity, Infrastructure, Real Estate, Private Credit und Commodities eine Performance von 845%.
Nalaka De Silva, Head of Private Markets Solutions bei Aberdeen Investments, betont jedoch die Risikoaspekte: „Performance-Daten der vergangenen 25 Jahre zeigen deutlich, dass Private Markets globale Aktien, festverzinsliche Anlagen und traditionelle 60/40-Strategien klar übertroffen haben. Diese Entwicklung ist jedoch mit einem höheren Risikoprofil einhergegangen.“ Das Unternehmen stellt klar, dass diese illiquiden Assets eine Ergänzung und kein Ersatz für liquide Kernportfolios sein sollten.
Diversifikation gegen Segment-Risiken
Innerhalb der privaten Märkte variiert die Volatilität stark. Besonders die aktuelle Debatte um Private Credit sieht Aberdeen differenziert. Die Kritik beziehe sich laut De Silva primär auf spezifische Bereiche des Direct Lending mit Transparenzdefiziten, insbesondere bei softwarelastigen Engagements. Eine breite Diversifikation über verschiedene Kreditsegmente hinweg reduziere jedoch die Abhängigkeit von diesen Einzelrisiken und eröffne Zugang zu stabileren Ertragsquellen.
Forderung nach strukturellen Reformen
Trotz der Renditevorteile identifiziert der Asset Manager in seinem Whitepaper „Private markets for public good“ erhebliche Hürden für die weitere Demokratisierung der Anlageklasse. Kritisiert werden unter anderem die fehlende tägliche Handelbarkeit, uneinheitliche Gebührenstrukturen sowie mangelnde Benchmarks.
Um das Vertrauen institutioneller und semiprofessioneller Anleger zu stärken, hat Aberdeen einen 8-Punkte-Plan entwickelt. Die Kernforderungen umfassen:
- Standardisiertes Reporting: Einführung zeitgewichteter Renditen und IRR zur besseren Vergleichbarkeit.
- Goldstandard für Bewertungen: Etablierung unabhängiger Gutachter und eines Gütesiegels („kite mark“) für Fonds.
- Infrastruktur-Lösungen: Integration illiquider Strukturen in bestehende Anlageplattformen.
- Kosten-Transparenz: Einheitliche Offenlegung, die einen direkten Vergleich der Netto-Renditen mit öffentlichen Märkten ermöglicht.
Abschließend plädiert Aberdeen für einen produktneutralen Regulierungsansatz, der Bildung und Aufklärung durch nationale Taskforces fördert, um die Eignung der Instrumente für verschiedene Anlegerprofile sicherzustellen.
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