Blackstone-Analyse: Warum Direct Lending 30-mal weniger gehebelt ist als Banken 2007

In einer aktuellen Analyse vergleicht Blackstone die heutige Hebelwirkung im Direct Lending mit der Situation der Investmentbanken vor der Finanzkrise 2008. Die Daten zeigen fundamentale Unterschiede in der Kapitalstruktur und Besicherung auf: Während Banken 2007 massiv gehebelt agierten, zeichnet sich der heutige Private-Credit-Sektor durch konservative Verschuldungsgrade und stabilere Refinanzierungsmodelle aus.

Statistiken & Regulatorik

17.04.2026 12:30 Uhr

Historischer Leverage-Vergleich

Wie Blackstone in einer aktuellen Publikation darlegt, betrug der Hebel bei Investmentbanken im Jahr 2008 das 25- bis 40-fache. Diese Institute waren primär durch kurzfristige Einlagen finanziert und hielten riskante Subprime-Immobilienwerte mit Loan-to-Value-Quoten von über 90%. Zudem verschleierten komplexe Derivate die tatsächlichen Risiken in den Bilanzen.

Leverage Vergleich
Quelle: Investment Banks 2007: Financial Markets Regulation, GAO report, published July 2009. Direct Lending Today: Blackstone Credit & Insurance views for typical direct lending vehicle.

Konservative Strukturen im Direct Lending

Diese Konstellation lässt sich laut Blackstone nicht auf das heutige Marktumfeld im Private Credit übertragen. Business Development Companies nehmen in der Regel Fremdkapital in Höhe von weniger als 1x ihres eigenen Kapitals auf. Damit ist die Hebelwirkung im Vergleich zu den Banken von 2007 um den Faktor 30 geringer.

Unternehmenswerte statt Subprime-Risiken

Ein wesentlicher Unterschied liegt in den zugrunde liegenden Assets. Während vor der GFC hochbeleihte Immobilien im Fokus standen, finanzieren heutige Direct-Lending-Vehikel Unternehmen. Die Kredite machen dabei laut Blackstone üblicherweise nur rund 40% des Unternehmenswertes aus. Zudem basieren die Strukturen nicht auf Einlagen oder kurzfristigem Overnight-Capital, was die Anfälligkeit für plötzliche Liquiditätsentzüge im Vergleich zum Bankensystem von 2007 reduziert.

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