M&A-Markt DACH: Handelskonflikte und Finanzierungsengpässe prägen das erste Halbjahr 2026

Der DACH-Region steht ein volatiles M&A-Jahr bevor. Laut dem aktuellen „M&A Pulse“ von Dealcircle, der PrivateMarkets360 vorliegt, belasten geopolitische Handelskonflikte und restriktive Finanzierungsbedingungen das Small- und Mid-Cap-Segment. Trotz eines massiven Exit-Staus bei Private Equity und strukturellem Nachfolgedruck bleibt die Kreditvergabe das zentrale Nadelöhr, während die Bewertungserwartungen von Käufern und Verkäufern weiterhin weit auseinandergehen.

Statistiken & Regulatorik

30.04.2026 09:23 Uhr
Dealcircle-Co-Gründer Graig Gröbli, Florian Adomeit und Kai Hesselmann / © Sebastian Schulze
Dealcircle-Co-Gründer Graig Gröbli, Florian Adomeit und Kai Hesselmann / © Sebastian Schulze

Der aktuelle M&A-Markt in der DACH-Region zeigt sich zwar strukturell robust, steht jedoch unter erheblichem makroökonomischem Druck. Wie Dealcircle in einer aktuellen Mitteilung an PrivateMarkets360 darlegt, haben internationale Handels- und Zollkonflikte mit 66% erstmals die Liste der größten Markthemmnisse übernommen und damit Faktoren wie das Zinsniveau oder die allgemeine Konjunkturschwäche verdrängt. Besonders in exportstarken Branchen wie dem Maschinenbau führt dies zu deutlich prolongierten Entscheidungsprozessen.

Finanzierungsengpass und Private Equity unter Druck

Ein kritisches Hindernis bleibt die mangelnde Kreditbereitschaft der Banken. Nur noch 3% der befragten Experten rechnen mit einer Verbesserung der Finanzierungskonditionen – ein signifikanter Rückgang gegenüber den Vorperioden. In der Konsequenz werden rund 90% aller Transaktionen mit EBITDA-Multiples von maximal 4,0x fremdfinanziert.

Parallel dazu stehen Private-Equity-Häuser vor großen Herausforderungen: In europäischen Fonds sind schätzungsweise 500 Mrd. EUR Kapital gebunden, während die Haltedauern auf einen Rekordwert von durchschnittlich 6,6 Jahren gestiegen sind. Dieser Exit-Stau reduziert laut dem Dealcircle-Report den Wettbewerbsdruck bei Neuakquisitionen merklich, wodurch strategische Käufer aus Deutschland mit einem Anteil von 63,5% das Marktgeschehen dominieren.

Valuation Gap und steigende Risikoaversion

Die Diskrepanz bei den Preisvorstellungen bleibt ein wesentlicher Grund für das Scheitern von Transaktionen. 58% der Befragten nennen die Bewertungslücke als Hauptursache für „Broken Deals“. Käufer agieren angesichts der Kapitalkosten konservativer, was die Risikoaversion auf ein Rekordhoch von 70% treibt. Infolgedessen werden Due-Diligence-Prüfungen intensiver geführt und Earn-out-Komponenten verstärkt zur Risikominimierung eingesetzt.

Strukturelles Angebot und Ausblick

Ungeachtet der Hürden bleibt die Angebotsseite stabil: Für 91% der Marktteilnehmer ist die Unternehmensnachfolge der primäre Verkaufsgrund – ein Wert, der in allen bisherigen Erhebungswellen konstant hoch blieb. Trotz der aktuellen Belastungsfaktoren verbessert sich das Sentiment für die kommenden zwölf Monate. Wie aus der Dealcircle-Analyse hervorgeht, erwarten 62,2% der Befragten steigende Transaktionsvolumina. Eine sorgfältige Vorbereitung der Dokumentationen und Bewertungsmodelle gilt dabei als entscheidender Erfolgsfaktor für die anstehende Marktbelebung.

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