Der aktuelle M&A-Markt in der DACH-Region zeigt sich zwar strukturell robust, steht jedoch unter erheblichem makroökonomischem Druck. Wie Dealcircle in einer aktuellen Mitteilung an PrivateMarkets360 darlegt, haben internationale Handels- und Zollkonflikte mit 66% erstmals die Liste der größten Markthemmnisse übernommen und damit Faktoren wie das Zinsniveau oder die allgemeine Konjunkturschwäche verdrängt. Besonders in exportstarken Branchen wie dem Maschinenbau führt dies zu deutlich prolongierten Entscheidungsprozessen.
Finanzierungsengpass und Private Equity unter Druck
Ein kritisches Hindernis bleibt die mangelnde Kreditbereitschaft der Banken. Nur noch 3% der befragten Experten rechnen mit einer Verbesserung der Finanzierungskonditionen – ein signifikanter Rückgang gegenüber den Vorperioden. In der Konsequenz werden rund 90% aller Transaktionen mit EBITDA-Multiples von maximal 4,0x fremdfinanziert.
Parallel dazu stehen Private-Equity-Häuser vor großen Herausforderungen: In europäischen Fonds sind schätzungsweise 500 Mrd. EUR Kapital gebunden, während die Haltedauern auf einen Rekordwert von durchschnittlich 6,6 Jahren gestiegen sind. Dieser Exit-Stau reduziert laut dem Dealcircle-Report den Wettbewerbsdruck bei Neuakquisitionen merklich, wodurch strategische Käufer aus Deutschland mit einem Anteil von 63,5% das Marktgeschehen dominieren.
Valuation Gap und steigende Risikoaversion
Die Diskrepanz bei den Preisvorstellungen bleibt ein wesentlicher Grund für das Scheitern von Transaktionen. 58% der Befragten nennen die Bewertungslücke als Hauptursache für „Broken Deals“. Käufer agieren angesichts der Kapitalkosten konservativer, was die Risikoaversion auf ein Rekordhoch von 70% treibt. Infolgedessen werden Due-Diligence-Prüfungen intensiver geführt und Earn-out-Komponenten verstärkt zur Risikominimierung eingesetzt.
Strukturelles Angebot und Ausblick
Ungeachtet der Hürden bleibt die Angebotsseite stabil: Für 91% der Marktteilnehmer ist die Unternehmensnachfolge der primäre Verkaufsgrund – ein Wert, der in allen bisherigen Erhebungswellen konstant hoch blieb. Trotz der aktuellen Belastungsfaktoren verbessert sich das Sentiment für die kommenden zwölf Monate. Wie aus der Dealcircle-Analyse hervorgeht, erwarten 62,2% der Befragten steigende Transaktionsvolumina. Eine sorgfältige Vorbereitung der Dokumentationen und Bewertungsmodelle gilt dabei als entscheidender Erfolgsfaktor für die anstehende Marktbelebung.
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