De-Banking und der wachsende Einfluss der niederländischen Privatkreditvergabe

Der anhaltende Trend zum De-Banking eröffnet institutionellen Investoren neue Opportunitäten abseits der liquiden Rentenmärkte. In einem Marktkommentar für PrivateMarkets360 analysieren Bart Lugtenburg und George Konings, beide Senior Investment Manager European Direct Lending bei Aegon Asset Management, die strukturellen Treiber des niederländischen Private Debt-Marktes und zeigen auf, wie maßgeschneiderte ESG-Strukturen im Small- und Mid-Cap-Segment stabile Cashflows und echten Impact generieren.

Private Debt

01.06.2026 10:24 Uhr
Bart Lugtenburg & George Konings, Senior Investment Managers European Direct Lending bei Aegon Asset Management / © PrivateMarkets360 / Aegon Asset Management
Bart Lugtenburg & George Konings, Senior Investment Managers European Direct Lending bei Aegon Asset Management / © PrivateMarkets360 / Aegon Asset Management

In den letzten zehn Jahren haben sich die Kreditmärkte grundlegend gewandelt. Die traditionelle Kreditvergabe durch Banken ist zunehmend eingeschränkt worden, und viele Banken haben ihre Bereitschaft zur Vergabe bestimmter Kreditarten zurückgefahren. Dies hat Private Debt-Anbietern Raum geschaffen, einzusteigen und die Wachstumsambitionen von kleinen und mittleren Unternehmen sowie Mid-Cap-Unternehmen zu finanzieren. Dieser Trend zum „De-Banking“ verändert den Markt, da Nicht-Bank-Kreditgeber zunehmend als Vermittler zwischen Kreditnehmern und langfristigem institutionellem Kapital fungieren. Er hat zudem neue Chancen für Anleger geschaffen, die nach attraktiven risikobereinigten Renditen und einem Engagement in der niederländischen Wirtschaft suchen.

Ursprünge von Private Debt

Unter Private Debt versteht man nicht handelbare, oft illiquide Unternehmensschuldtitel. Kredite werden an kleine und mittelständische Unternehmen vergeben. Heutzutage wird ein zunehmender Anteil dieser Unternehmenskredite mit langfristigem Kapital finanziert, das von Pensionsfonds, Versicherern und anderen institutionellen Anlegern bereitgestellt wird. In der Vergangenheit wurden diese Kredite in den Bilanzen der Banken geführt und durch Einlagen von Privatkunden finanziert. Nach der Finanzkrise zwangen jedoch regulatorische Änderungen die Banken dazu, ihr Engagement in bestimmten Kreditarten zu reduzieren und ihre Bilanzen zu entschärfen. Dies wiederum schuf Chancen für institutionelle Anleger, die ihre Portfolios über traditionelle festverzinsliche Wertpapiere hinaus diversifizieren wollten.

Im Laufe der Zeit begannen Private Credit-Fonds, mit Banken als Mitkreditgeber, ergänzende Anbieter oder „Originate-to-Distribute“-Partner zusammenzuarbeiten, die dort einspringen können, wo Banken an Kapazitätsgrenzen stoßen oder Eigenkapitalbeschränkungen unterliegen. Dies ebnete den Weg für spezialisierte Kreditvergabestrategien, die sich beispielsweise auf niederländische KMU und Mid-Cap-Unternehmen konzentrieren.

Nachhaltigkeit im Fokus

Das niederländische Bankennetzwerk ermöglicht Zugang zu attraktiven Investitionsmöglichkeitenmit Fokus auf profitable und wachsende Unternehmen mit stabilen Geschäftsmodellen und starken Cashflows. Die Investitionen stehen oft im Zusammenhang mit Akquisitionen oder Wachstum, und die Transaktionsstruktur kann auf die spezifischen Bedürfnisse des Kreditnehmers zugeschnitten werden, während die Investoren gleichzeitig vor Abwärtsrisiken geschützt werden.

Anhand eines Rahmenwerks für Nachhaltigkeit lassen sich Unternehmen und Verwendungszwecke mit dem größten Impact identifizieren. Das Rahmenwerk ordnet die Mittel vier Schlüsselthemen zu: Innovation und nachhaltiges Wachstum, Klima- und Energiewende, Kreislaufwirtschaft und Ressourceneffizienz sowie soziale Entwicklung und Wohlbefinden.

Was macht den niederländischen Private Debt-Markt besonders attraktiv?

Da der Markt im Vergleich zu Börsen weniger transparent und stärker von persönlichen Beziehungen geprägt ist, erfordert Private Debt umfangreiches Fachwissen, lokale Netzwerke und Beziehungen.

Private Debt bietet Anlegern Zugang zu einem anderen Teil des Rentenuniversums (und damit auch der Realwirtschaft) und eröffnet ihnen über den liquiden Anleihemarkt einen ergänzenden Markt für niederländische Small- und Mid-Cap-Unternehmen anstelle von multinationalen Large-Cap-Unternehmen. Darüber hinaus kann diese Strategie das Korrelationsrisiko minimieren, das entstehen kann, wenn gleichzeitig Anleihen börsennotierter Unternehmen und Aktien gehalten werden.

Niederländische Unternehmen, darunter KMU und Mid-Caps geben Anlegern die Möglichkeit, Unternehmen zu finanzieren, die in der gesunden und stetig wachsenden Wirtschaft der Niederlande zu Beschäftigung, Innovation und der Energiewende beitragen.

Private Debt kann von Anfang an maßgeschneiderte ESG- oder Impact-Merkmale beinhalten. Niederländische Schuldtitel bieten Anlegern die Möglichkeit, Unternehmen zu finanzieren, die zu den Impact-Themen beitragen, oft unterstützt durch konkrete und maßgeschneiderte Nachhaltigkeits- oder Impact-Leistungsziele, die Unternehmen Anreize bieten, sich in diesen Bereichen weiter zu verbessern.

Fazit

Private Debt bietet Zugang zu einem einzigartigen Segment des Rentenmarktes, das für institutionelle Anleger sonst nur schwer zugänglich ist. Dieses Segment kleiner und mittelständischer Unternehmen in den Niederlanden bietet eine attraktive Anlagemöglichkeit, die die traditionelle Rentenfinanzierung von multinationalen Großunternehmen über den liquiden Anleihemarkt ergänzen kann. Darüber hinaus kann Private Debt dank ihrer Flexibilität und lokalen Expertise dazu beitragen, Finanzierungslücken bei Unternehmen zu schließen. Gestützt auf eine langjährige Erfolgsbilanz kann Private Debt attraktive risikobereinigte Renditen für Anleger erzielen und gleichzeitig niederländische Unternehmen unterstützen, die wachsen, innovativ sind und nachhaltiger werden.

von Bart Lugtenburg & George Konings, Senior Investment Managers European Direct Lending bei Aegon Asset Management

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