State Street Studie 2026: Retail-Shift im Private-Markets-Sektor verschärft operative Herausforderungen

Der Trend zur Retailisierung im Private-Markets-Sektor beschleunigt sich, bringt jedoch erhebliche operative Belastungen mit sich. Wie eine aktuelle Studie von State Street zeigt, bleibt die Allokationsbereitschaft hoch. Die Erschließung von Individualinvestoren verschärft jedoch die Komplexität, wobei insbesondere das Liquiditätsmanagement im Fokus steht.

Statistiken & Regulatorik

30.06.2026 10:03 Uhr
Joerg Ambrosius, President of Investment Services & Donna Milrod, Chief Product Officer bei State Street / © PrivateMarkets360 / State Street
Joerg Ambrosius, President of Investment Services & Donna Milrod, Chief Product Officer bei State Street / © PrivateMarkets360 / State Street

Robuste Nachfrage und struktureller Wandel

Die fünfte jährliche Private-Markets-Studie von State Street („Resilience Meets Opportunity“) zeigt, dass die Assetklasse trotz Volatilität und geopolitischer Unsicherheiten hochgradig resilient bleibt. Nur 7% der Manager wollen Allokationen reduzieren, während die Hälfte die Exposure ausbauen möchte. Parallel treibt die Branche die Retailisierung voran: Über 84% der Asset und Wealth Manager bieten bereits entsprechende Strategien für Individualinvestoren an oder planen dies. „Die Private-Markets-Story ist auf der einen Seite durch Resilienz und auf der anderen durch Neuerfindung definiert“, erklärt Joerg Ambrosius, President of Investment Services bei State Street.

Realismus beim Fundraising und operative Hürden

Allerdings dämpfen vertriebliche und regulatorische Hürden das erwartete Wachstumstempo. Aktuell gehen 43% der Organisationen davon aus, dass retail-fokussierte Vehikel binnen drei Jahren mindestens die Hälfte des Private-Markets-Fundraisings ausmachen werden. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 56%, was laut den Studienautoren eine realistischere Einschätzung der operativen Herausforderungen widerspiegelt.  Die Skalierung für breitere Kundenschichten erhöht die Komplexität deutlich. Fast 80% der Institute sehen das Liquiditätsmanagement als primäre Herausforderung, insbesondere in den Bereichen Redemption Management, Cash Forecasting und Liquidity Stress Testing. Wealth-Management-Plattformen dominieren dabei als Vertriebskanal vor Defined-Contribution-Strukturen. Laut Scott Carpenter, Global Head of Alternatives bei State Street, verschiebt sich der Wettbewerbsvorteil hin zu Akteuren, die transparente Liquiditätsframeworks und Performance skalierbar abbilden können.

Anlageschwerpunkt KI-Infrastruktur

Beim Kapitaleinsatz zeigen sich ebenfalls neue Prioritäten. Künstliche Intelligenz und KI-Infrastruktur haben sich weltweit als Top-Investmentthemen etabliert. Donna Milrod, Chief Product Officer bei State Street, betont in diesem Kontext, dass strukturelle Trends wie KI die Rolle der Assetklasse als strategische Kernallokation in langfristigen Portfolios untermauern.

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