CBRE Survey: Büroimmobilien rücken im Kreditgeber-Ranking auf Platz drei vor

Die Kreditvergabe am europäischen Immobilienmarkt stabilisiert sich. Wie der Immobiliendienstleister CBRE in seinem aktuellen European Lender Intentions Survey gegenüber PrivateMarkets360 berichtet, rücken Büroimmobilien wieder auf Platz drei der attraktivsten Assetklassen vor. Insgesamt planen 72% der Befragten, ihre Kreditaktivitäten im Jahr 2026 auszuweiten.

Statistiken & Regulatorik

29.06.2026 12:17 Uhr
Prof. Dr. Ralf J. Klann, Head of Debt and Structured Finance Germany & Chris Gow, Head of Debt Advisory Europe bei CBRE / © PrivateMarkets360 / CBRE
Prof. Dr. Ralf J. Klann, Head of Debt and Structured Finance Germany & Chris Gow, Head of Debt Advisory Europe bei CBRE / © PrivateMarkets360 / CBRE

Fokus auf Prime-Büros und anziehende Transaktionsvolumina

Das Interesse an erstklassigen Büroobjekten („Prime Assets“) im Rahmen der europäischen Immobilienfinanzierung nimmt spürbar zu. Im Sektorenranking kletterten Büroimmobilien im Vergleich zum Vorjahr vom sechsten auf den dritten Platz. Das europäische Büro-Investitionsvolumen stieg im ersten Quartal 2026 um 6% auf 10,7Mrd. Euro. Chris Gow, Head of Debt Advisory Europe bei CBRE, erklärt in der Analyse: „Wir beobachten sinkende Finanzierungsmargen, die günstigere Kredite ermöglichen. Gleichzeitig unterstreichen steigende Investitionsvolumina im Bürosegment und das weiterhin begrenzte Angebot die Stärke des Sektors.“

Wachstum bei Digitalinfrastruktur und Alternativsegmenten

Hinter Wohn- sowie Industrie- und Logistikimmobilien gewinnen Rechenzentren und alternative Assetklassen wie Co-Living oder Healthcare an Bedeutung; 86% der Akteure planen hier Allokationen. Prof. Dr. Ralf J. Klann, Head of Debt and Structured Finance Germany bei CBRE, konstatiert zu Rechenzentren: „Rechenzentren stehen im Zentrum der digitalen Infrastruktur und des Wachstums von Künstlicher Intelligenz. Entsprechend richten Kreditgeber ihren Blick zunehmend auf diesen Sektor. Gleichzeitig fehlt einigen Marktteilnehmern aufgrund begrenzter Erfahrung und Branchenkenntnisse noch die notwendige Überzeugung.“

Divergierende Risikobereitschaft bei Projektentwicklungen

Die Bereitschaft zur Vergabe von Projektfinanzierungen stieg marktweit auf 69%. Hier zeigt sich eine klare strategische Trennung der Akteure: Während Geschäftsbanken sich fast ausschließlich auf Senior Loans fokussieren, weisen Nichtbanken mit einer Finanzierungsbereitschaft von 81% eine signifikant höhere Risikobereitschaft auf. Für das zweite Halbjahr prognostiziert die Studie eine anhaltende Dynamik im Markt. „Für die zweite Jahreshälfte erwarten wir eine starke Nachfrage nach neuen Finanzierungen, da Banken und Debt Funds ihre Budget- und Allokationsziele vor Jahresende erreichen wollen“, so Klann abschließend.

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