FTI-Studie: M&A avanciert zum wichtigsten Werttreiber für Private Equity

M&A-Transaktionen sind im Jahr 2026 zum primären Hebel für die Wertsteigerung in Private-Equity-Portfolios avanciert, wie aus dem aktuellen „2026 Private Equity Value Creation Index“ von FTI Consulting hervorgeht. Trotz hoher Zielerreichung identifiziert die Studie signifikante Effizienzmängel im gesamten Transaktionsprozess – insbesondere bei der nachgelagerten Integration der Zielunternehmen.

Statistiken & Regulatorik

08.07.2026 12:16 Uhr
Andreas Stöcklin, Senior Managing Director bei FTI Consulting / © PrivateMarkets360 / FTI
Andreas Stöcklin, Senior Managing Director bei FTI Consulting / © PrivateMarkets360 / FTI

M&A verdrängt Kostenoptimierung als Top-Priorität

Der Fokus globaler Private-Equity-Häuser hat sich im Vorjahresvergleich deutlich verschoben. Laut einer aktuellen Untersuchung von FTI Consulting, die PrivateMarkets360 vorliegt, nennen mittlerweile 24% der Befragten anorganisches Wachstum als wichtigsten Wertsteigerungshebel. Im Vorjahr waren es lediglich 7%. M&A stieg damit vom letzten auf den ersten Platz der Prioritätenliste auf und verdrängte die Kostenoptimierung auf Rang vier. Als Treiber dieser Entwicklung gelten stabilisierte Kapitalkosten, die Transaktionen wieder kalkulierbarer machen.

Andreas Stöcklin, Senior Managing Director bei FTI Consulting, rechnet für den deutschen Markt mit einer anhaltenden Dynamik: „In der deutschen Wirtschaft kommen derzeit mehrere Entwicklungen zusammen: Konzerne trennen sich von Geschäftsbereichen, Familienunternehmen suchen Nachfolgelösungen, und Private-Equity-Fonds bauen ihre Portfolios durch gezielte Zukäufe aus. Deshalb rechnen wir bis zum Jahresende mit einem weiteren Anstieg der Transaktionsaktivität.“

Integrationsdefizite und veränderte Marktstrukturen

Obgleich 51% der über 550 befragten PE-Entscheider angeben, dass die wirtschaftlichen Ziele ihrer Zukäufe übertroffen wurden, bezeichnen nur 35% die Umsetzung und Post-Merger-Integration als effizient. Haupttreiber dieser Defizite sind die Komplexität der Integration, Bewertungsdifferenzen sowie kulturelle Konflikte. Zudem entfalten M&A-Maßnahmen oft erst spät Wirkung: Lediglich 25% der Befragten verzeichnen innerhalb der ersten zwölf Monate einen messbaren Wertbeitrag.

Da das Renditeniveau im aktuellen Marktumfeld komprimiert ist, müssen PE-Fonds flexiblere Strategien wählen. Stöcklin verweist hierbei auf eine stärkere Aktivität auf dem Sekundärmarkt: „Zunehmend wird dieses Marktsegment von den Fondsmanagern selbst geprägt – etwa durch sogenannte Continuation Funds. Dabei überträgt der Fondsmanager ausgewählte Portfoliounternehmen aus einem bestehenden Fonds in einen neu aufgelegten Nachfolgefonds.“

Sektorale Diskrepanzen bei der Zielerreichung

Die Erfolgsquoten variieren stark nach Branchen. Während im Einzelhandel und der Versicherungswirtschaft 63% der Deals die Erwartungen übertrafen, zeigt sich im Healthcare-Sektor eine erhebliche Diskrepanz: Trotz einer hohen Akquisitionsaktivität von 77% realisieren nur 44% der Akteure ihre Ziele, und lediglich 32% melden eine effiziente Umsetzung. Sogenannte High Performer heben sich laut des Reports dadurch ab, dass sie M&A als Kernkompetenz etablieren – inklusive standardisierter Integrationsprozesse und dezidierter Execution-Teams.

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