In einem anspruchsvollen Bewertungsumfeld geraten Private-Equity-Manager zunehmend unter Druck, operative Ergebnisse frühzeitig in der Haltedauer zu realisieren. Gemäß Erhebungen von FTI Consulting unter 555 internationalen PE-Entscheidern verbuchen mittlerweile 63% der Befragten innerhalb von zwölf Monaten Erfolge durch Wertsteigerungsprogramme – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr (41%).
Besonders zügig zeigen sich Effekte im Working Capital Management sowie bei der Liquiditätssteuerung, bei denen 82% der Akteure binnen Jahresfrist Fortschritte verzeichnen. Auch Kostensenkungen (73%), Effizienzsteigerungen im Personalbereich (73%) und Preisanpassungen (72%) schlagen sich rasch in den Kennzahlen nieder.
Erfolgreiche Fonds fokussieren Top-Line und Standardisierung
Der Report offenbart signifikante Unterschiede zwischen überdurchschnittlich erfolgreichen Fonds und dem Rest des Marktes. Führende General Partner setzen fast doppelt so häufig auf umsatzseitige Werttreiber wie Preissetzung, Vertrieb und Kundenbindung (46% gegenüber 26%). Zudem greifen 23% der Outperformer auf stark standardisierte Maßnahmen zurück (Vergleichsgruppe: 10%).
„Bei den führenden Fonds beobachten wir, dass sie alle relevanten Maßnahmen zunehmend standardisiert und in Teilen auch automatisiert haben. Dann beginnt schon an Tag eins nach der Übernahme die Performance-Verbesserung“, erläutert Gero Güllmeister, Senior Managing Director bei FTI-Andersch, in der Mitteilung. „Anlage-, aber auch Leistungsdruck sind zuletzt global weiter angestiegen. Wer nicht liefern kann, verliert schnell das Vertrauen der Investoren.“
Künstliche Intelligenz als Hebel mit Skalierungsbedarf
Der Anteil der Manager, die binnen zwölf Monaten messbare Resultate aus KI-Anwendungen sehen, stieg von 34% im Vorjahr auf 66%. Dennoch beurteilen bislang erst 31% die operative Umsetzung von KI als vollkommen oder weitgehend effizient. Führende Häuser nutzen KI vor allem als operativen Verstärker etablierter Werttreiber im Finanzwesen, Einkauf oder bei der Preissetzung.
Für Beteiligungsunternehmen im deutschsprachigen Raum nimmt der Zeitdruck zu. Da die Multiples in vielen Sektoren nachgeben, müssen operative Wertsteigerungen frühzeitig belegt werden, um Bewertungsabschläge beim Exit zu vermeiden.
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