Strukturierung von Fund Interests als Investment-Grade-Bond
Dem Medienbericht zufolge arbeitet die Schweizer Großbank UBS an einem Verbriefungsmodell, bei dem mehrere Beteiligungen an Private-Credit-Fonds gebündelt und in Form einer Anleihe neu begeben werden. Ziel der Struktur ist das Erreichen eines A2-Ratings der Ratingagentur Moody’s. Da direkte Investments in Private Debt für bilanzregulierte Anleger mit hohen Kapitalanforderungen verbunden sind, soll das Vehikel die Assetklasse für breitere Kreise institutioneller Investoren erschließen.
Kern der Architektur ist eine Kreditgarantie von Nationwide Mutual Insurance. Dieser sogenannte Insurance Wrapper nutzt das starke Bonitätsprofil des US-Versicherers, um die Senior-Tranche der Anleihe abzusichern und so das angestrebte Investment-Grade-Rating zu ermöglichen.
Regulatorische Anreize im Fund Finance
Das Projekt der UBS fügt sich in einen breiteren Branchentrend ein: Auch Asset Manager wie Partners Group und Cantor Fitzgerald nutzen zunehmend Verbriefungs- und Garantieinstrumente. Der Haupttreiber liegt in der regulatorischen Eigenkapitaloptimierung für Lebensversicherer und Pensionskassen unter Systemen wie Solvency II oder US-RBC. Während Direktinvestments in Private Credit signifikantes Eigenkapital binden, reduzieren verbriefte Investment-Grade-Anleihen die Kapitalhaltungskosten für Endanleger erheblich.
Experten warnen vor verdeckten Systemrisiken
Trotz der hohen Nachfrage seitens regulierter Investoren betrachten Marktbeobachter die steigende Komplexität im Bereich Fund Finance aufmerksam. Die Verschachtelung von illiquiden Kreditfonds, Verbriefungsebenen und Versicherungsgarantien erhöht die Vielschichtigkeit der Finanzbeziehungen. Fachleute warnen davor, dass solche Strukturen die zugrundeliegenden Kredit- und Liquiditätsrisiken verschleiern und in Stressphasen neue Ansteckungskanäle zwischen Banken, Versicherern und Fondsanbietern schaffen könnten.
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