Zwar haben ein paar Ereignisse wie die Insolvenz des US-Autokredit-Anbieters Tricolor und die Betrugsmeldungen zweier US-Regionalbanken für Unruhe an den internationalen Finanzmärkten gesorgt. Diese Ereignisse sind jedoch nicht systemisch.
Sehr aufmerksam beobachten wir den Markt für Hochzinsanleihen mit niedriger Bonität und Leveraged Loans sowie Private Credit, die zu weiteren Spannungen am Markt führen könnten. Aus makroökonomischer Sicht könnten neue Zölle, die politisch unsichere Lage und der anhaltende Shutdown der US-Regierung für Unruhe an den Märkten sorgen.
Bei US-Hochzinsanleihen, insbesondere mit einem Rating von CCC, beobachten wir erste Anzeichen einer Verschlechterung der Kreditkennzahlen, wie beispielsweise der Zinsdeckungsquoten. US-Anleihen mit BB und B hingegen bleiben stabil oder haben sich sogar verbessert. Das bestätigt unsere Einschätzung, dass sich die Fundamentaldaten für den US-amerikanischen Hochzinsanleihemarkt sowie für den US-Investment-Grade-Markt weiterhin positiv entwickeln. Nur im Segment mit der niedrigsten Bonität raten wir zur Vorsicht.
Im Segment der Leveraged Loans übertrafen die Ausfallraten in den letzten zwölf Monaten diejenigen von Hochzinsanleihen. Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzen wird.
Die Besorgnis hinsichtlich des US-amerikanischen Investmentvehikels „Business Development Companies“ – kurz BDCs, durch die kleine und mittelgroße Unternehmen mit Kapital versorgt werden, hat in den letzten Wochen ebenfalls zugenommen. Zur Klarstellung: Private Credit ist natürlich eine Anlageklasse mit einer großen Bandbreite. Wir konzentrieren uns eher auf Risiken bei Direkt Lending im mittleren Marktsegment und auf BDC-Strukturen als auf den Hochzinsbereich des Marktes, der insgesamt in Ordnung zu sein scheint.
Eines der größten Risiken sehen wir in der zunehmenden Verwendung von Payment-In-Kind-Finanzierungen – kurz PIK, bei vielen dieser BDC-Vehikel. Dies könnte ein Warnsignal dafür sein, dass das zugrunde liegende Unternehmen nicht in der Lage ist, Einnahmen zu generieren und Zinskosten zu decken. Diese Ansicht wird durch die Tatsache untermauert, dass trotz starker Gewinne und hohen Umsatzwachstums ein großer Teil des Universums mit einer negativen Gewinnmarge arbeitet – was darauf hindeutet, dass die Gewinne möglicherweise nicht oder noch nicht in verfügbare Cashflows für Ausgaben oder die Tilgung von Schulden umgewandelt werden.
Von Andrzej Skiba, Head of US Fixed Income bei RBC BlueBay Asset Management
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