Laut dem aktuellen Investmentausblick 2026 von Goldman Sachs Asset Management eröffnen sich im Private Markets-Umfeld attraktive Opportunitäten – trotz makroökonomischer Unsicherheiten. Treiber sind vor allem Digitalisierung, KI, eine selektivere Deal-Pipeline und strukturelle Veränderungen im Bereich Infrastruktur.
Private Equity: Fokus auf operative Resilienz und datengetriebenes Wachstum
Die Analysten von Goldman Sachs AM erwarten eine Beschleunigung der Transaktionsaktivität, unterstützt durch stabilere Finanzmärkte und sinkende Finanzierungskosten. „Bei weiterhin hohen Bewertungen ist die Bedeutung von Wertschöpfung und operativer Resilienz von zentraler Bedeutung, wobei die stärksten Unternehmen nun das Interesse strategischer Käufer und öffentlicher Marktinvestoren auf sich ziehen können“, so Michael Bruun, Global Co-Head Private Equity.
Zudem werde der Sekundärmarkt wichtiger: Limited Partners (LPs) zeigten anhaltendes Interesse an Sekundärinvestitionen mit kürzerer Laufzeit. „Sekundärfonds und Continuation Vehicles werden weiterhin eine wichtige Liquiditätsquelle für General Partners und Limited Partners darstellen, während der Markt einen Rückstau bei den Exits abarbeitet“, erklärte Harold Hope, Global Head of Vintage Strategies.
Venture Capital & Growth Equity: Neue Chancen durch Bewertungskorrekturen
Für LPs mit ausreichend „dry powder“ eröffnen sich neue Einstiegsmöglichkeiten in marktführende Unternehmen, die in vorherigen Finanzierungsrunden aufgrund überhöhter Bewertungen unzugänglich waren. Gleichzeitig verschiebt sich die Nachfrage zugunsten größerer Finanzierungsvolumina im Growth-Equity-Segment. Der Trend, dass Unternehmen länger privat bleiben, setzt sich laut Goldman Sachs AM fort.
Private Credit: Differenzierung durch Origination-Kompetenz
Goldman Sachs AM sieht weiterhin attraktives Potenzial für Private Credit, nicht zuletzt wegen historisch niedriger Ausfallraten im Vergleich zu syndizierten Krediten. Die zunehmende M&A-Aktivität sowie wachsendes Interesse an Investment-Grade-Private-Credit – etwa im Bereich Asset-backed Lending – dürften das Volumen weiter stützen. „Im Falle eines möglichen Kreditzyklus werden starke Origination-Pipelines, Erfahrung im Umgang mit Kreditzyklen und skalierte Plattformen die Performance der General Partners unterscheiden“, sagte James Reynolds, Global Co-Head of Private Credit.
Immobilien: Selektivität bleibt entscheidend
Nach einer Belebung der Transaktionstätigkeit im Jahr 2025 könnten sich die Aktivitäten 2026 weiter beschleunigen. Der Investmentdruck bleibt angesichts begrenzter Mittelzuteilungen hoch. „Bewertungen und Transaktionsvolumen haben sich stabilisiert, und wir sind der Ansicht, dass sich die Stimmung bis 2026 weiter verbessern wird“, so Jim Garman, Global Head of Real Estate. Niedrigere Kapitalkosten könnten Investitionen begünstigen, jedoch sei eine selektive Sektor- und Objektauswahl unerlässlich.
Infrastruktur: Digitalisierung als Treiber neuer Investitionschancen
Laut Goldman Sachs AM bleibt Infrastruktur ein zukunftsorientierter Investmentbereich mit Fokus auf KI, Digitalisierung und Energie. „Im Jahr 2026 erwarten wir, dass KI und Digitalisierung, Energieerzeugung und -übertragung, veränderte globale Handelsmuster sowie die Modernisierung veralteter Infrastruktur breite und spannende Anlagemöglichkeiten schaffen werden“, sagte Tavis Cannell, Global Head of Infrastructure.
Im Vordergrund stünden Mid-Market-Strategien mit aktivem Eigentum und Wertschöpfungspotenzial. Auch Themen wie Kreislaufwirtschaft (Wasser, Abfall, Recycling) bieten stabile Cashflows, da sie weitgehend konjunkturunabhängig seien.
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