Solides Gewinnwachstum treibt Bewertungsanstieg
Laut Lincoln International, einer globalen Investmentbank mit Fokus auf Mid-Market-Transaktionen, legte der LPMI im dritten Quartal um 2,9% zu. Der Index misst die Veränderung des Unternehmenswerts US-amerikanischer, nicht börsennotierter Unternehmen. Das Wachstum wurde durch anhaltendes EBITDA-Wachstum getragen, während die Bewertungsmultiplikatoren weitgehend stabil blieben. Zum Vergleich: Der Unternehmenswert des S&P 500 stieg im selben Zeitraum um 8,3%, vor allem durch die „Magnificent 7“ und deren KI-bezogene Kursgewinne. Ohne diese dominanten Unternehmen lag das Wachstum bei 4,4%, unterstützt durch positive makroökonomische Erwartungen, insbesondere weitere Zinssenkungen durch die US-Notenbank.
Wachstumsdynamik schwächt sich ab
Trotz stabiler Fundamentaldaten trübt sich das Bild leicht ein. Rund zwei Drittel der vom LPMI erfassten Unternehmen steigerten Umsatz und bereinigtes EBITDA im dritten Quartal. Die EBITDA-Wachstumsrate sank jedoch von 6,6% im Vorquartal auf 5,4%. Gleichzeitig nahm die Verschuldung der Unternehmen gegenüber dem Zeitpunkt des Deal Closings um 0,5x bis 1,0x zu. In Kombination mit konstant hohen EBITDA-Anpassungen deutet dies auf eine begrenzte Fähigkeit hin, Verschuldung aus dem operativen Cashflow zu reduzieren – ein potenzielles Zeichen tiefer liegender struktureller Schwächen.
Buyouts von Top-Unternehmen treiben Bewertungen
Im aktuellen Marktumfeld erreichen A+ Buyout-Ziele Rekordbewertungen. Im Durchschnitt stiegen die Enterprise-Value-Multiples bei neuen Buyouts auf 13,0x EBITDA – höher als der Höchststand von 12,6x im Jahr 2021. Gleichzeitig sank die Gesamtanzahl der Transaktionen, während der Anteil milliardenschwerer Deals auf 37% stieg (2024 und 2021: jeweils 25%). Besonders begehrte Unternehmen stoßen auf eine hohe Nachfrage seitens investitionsbereiter Käufer, was die Bewertungen zusätzlich anheizt. Trotz des gestiegenen Zinsniveaus bleibt die durchschnittliche Buyout-Verschuldung mit 5,2x EBITDA auf dem Niveau der Vorjahre – auch aufgrund größerer Eigenkapitalanteile.
Direktkreditmarkt bleibt kompetitiv – erste Warnzeichen erkennbar
Im Bereich der Privatkredite zeigt der Lincoln Senior Debt Index (LSDI) ebenfalls eine robuste Entwicklung. Der durchschnittliche faire Marktwert der dort erfassten Kredite erreichte mit 99,1% den zweithöchsten Stand seit Indexbeginn. Trotz eines leicht gesunkenen Covenant-Default-Risikos von 3,4% im Q2 auf 3,2% im Q3 nahm die Zahl an Vertragsänderungen zu, einschließlich verdoppelter Covenant Holidays gegenüber dem Vorquartal. Dies deutet auf zunehmende Vorsicht der Kreditgeber hin, auch wenn diese ihre Portfoliounternehmen bislang stützen.
Gleichzeitig signalisiert ein Anstieg von Krediten mit PIK-Komponenten – insbesondere sogenannten „Bad PIKs“ – eine fortbestehende Schattenausfallrate von rund 6%. Insgesamt belief sich das Volumen an ausfallbedrohten oder bereits von Kreditgebern übernommenen Schulden im Jahr 2025 auf über 24 Milliarden US-Dollar.
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