Trotz geopolitischer Spannungen und makroökonomischer Unsicherheiten war 2025 insgesamt ein positives Jahr für Investoren – die Aktienmärkte verzeichneten deutliche Zuwächse.
Auch wenn die Investitionsbedingungen weiterhin alles andere als ideal sind, lässt die globale Inflation nach. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumsprognosen leicht angehoben, und viele Zentralbanken scheinen nach dem erheblichen Zinserhöhungszyklus seit 2022 zu einer neutraleren oder gar lockernden Geldpolitik überzugehen.
Die Weltwirtschaft hat – so der IWF – eine „unerwartete Resilienz“ gezeigt, trotz der US-Zölle, die zu Beginn des Jahres erhebliche Sorgen ausgelöst hatten. Die volle Wirkung dieser Maßnahmen ist allerdings noch nicht absehbar, insbesondere da Verhandlungen mit wichtigen Handelspartnern wie China zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht abgeschlossen sind. Gleichzeitig deuten die hohen Bewertungen an den Aktienmärkten darauf hin, dass ein gewisses Maß an Vorsicht geboten ist.
Im Bereich Private Equity hat die gesamte Transaktionsaktivität einen leichten Anstieg verzeichnet, während Exits nach wie vor selten sind. Zugleich bleibt das Fundraising stark zugunsten großer und Mega-Fonds verzerrt – insgesamt gelingt es weniger Fonds, Kapital einzuwerben. Gute Chancen zur Wertschöpfung und für attraktive Exits bestehen weiterhin, nach unserer Einschätzung jedoch eher im Mid-Market-Bereich als bei großen oder Mega-Cap-Unternehmen, die üblicherweise die Schlagzeilen dominieren.
Gerade der Mid-Market – Unternehmen mit einem Unternehmenswert zwischen 50 Mio. und 1 Mrd. US-Dollar – fliegt oft unter dem Radar, liefert aber konstant signifikante Vorteile für Investoren. Diese Unternehmen bieten typischerweise mehr Potenzial zur operativen Wertsteigerung und sind weniger anfällig für globale makroökonomische Schocks. Fonds, die in diesem Segment investieren, profitieren oft von kürzeren Investitionsphasen und einer größeren Bandbreite an Exit-Möglichkeiten im Vergleich zu Strategien im Large-Cap-Bereich. Die Ergebnisse sind ebenfalls häufig überzeugender – insbesondere bei sektorspezialisierten Managern. Mid-Market-Buyout-Fonds schneiden in der Regel besser ab als Large-Cap-Fonds – bei gleichzeitig geringeren Verlustquoten.
Unsere Strategien verzeichneten in diesem Jahr durchweg positive Impulse. Ein besonders heller Lichtblick war das anhaltende Wachstum im Sekundärmarkt, der sich zunehmend als wichtige Liquiditätsquelle für einen ansonsten illiquiden Markt etabliert. Zudem beobachten wir eine zunehmende Konsolidierung im Private-Equity-Markt insgesamt. Dies führt zu einer steigenden Zahl an Ausgründungen („Spin-outs“) und damit zu einer neuen Generation hochspezialisierter und unternehmerisch geprägter Emerging Manager.
Das Thema „Climate Impact“ war 2025 mit neuen Herausforderungen konfrontiert – vor allem durch den Trend des sogenannten „Green-Hushing“, bei dem Unternehmen ihre ESG-Bemühungen zunehmend im Hintergrund halten, um politischen Spannungen – insbesondere in Nordamerika – aus dem Weg zu gehen. Dennoch zeigt unsere eigene Erfahrung zunehmend, dass Wirkung und Rendite sehr wohl Hand in Hand gehen und exzellente Ergebnisse liefern können.
Ein besonders wichtiger Kennwert für Investoren ist – gerade im aktuellen Umfeld – der DPI (Distributions to Paid-In Capital). Wir konnten auch in diesem Jahr ein außergewöhnlich hohes Niveau an Exits realisieren – höher als viele unserer Wettbewerber. Für 2025 sind wir erneut auf Kurs, fast eine Milliarde US-Dollar an unsere Investoren auszuschütten – ein Ergebnis herausragender Transaktionen in unseren Portfolios.
Während sich das Jahr 2025 dem Ende zuneigt, blicken unsere Experten bereits auf das Jahr 2026. Im anschließenden Ausblicks-Q&A skizziert das Team Erwartungen, Hoffnungen und Risiken für das kommende Jahr.
Marktausblick 2026-Q&A mit Francesco Aldorisio - Head of Investments, Private Equity
Wie beurteilen Sie den Zustand des Mid-Market-Private-Equity-Segments und welchen Ausblick haben Sie für 2026?
2025 war ein durchaus ereignisreiches Jahr: Nach einem positiven Auftakt im ersten Quartal sorgte die Unsicherheit rund um neue Zölle für Turbulenzen, was im Jahresverlauf zu einer merklichen Verlangsamung bei Transaktionen und Fundraising führte. In der zweiten Jahreshälfte kehrte jedoch das Vertrauen zurück – getragen von nachlassender Inflation und zunehmender Liquidität, die durch die Notenbanken ins System eingespeist wurde.
Sollten keine geopolitischen Schocks eintreten, gehen wir davon aus, dass sich der aktuell zu beobachtende positive Trend auch im Jahr 2026 fortsetzen wird – insbesondere, da sich die Rahmenbedingungen für Transaktionen weiter stabilisieren. Dies gilt insbesondere für das untere Mid-Market-Segment, in dem die Bewertungen realistischer geblieben und stärker an fundamentalen Unternehmensdaten orientiert sind. Die Finanzierungsbedingungen verbessern sich, und die Verfügbarkeit von Fremdkapital ist hoch – unterstützt durch die typischerweise niedrigere Verschuldung in diesem Marktsegment. Vor diesem Hintergrund erwarten wir für 2026 eine weiterhin zunehmende Investitionsaktivität.
Auch das Exit-Umfeld dürfte sich weiter verbessern. Wir beobachten anhaltendes Interesse strategischer Käufer, ein schrittweises, aber stetiges Wiederöffnen des IPO-Fensters sowie ein wachsendes Volumen und eine zunehmende Effizienz auf den Sekundärmärkten. Letztere etablieren sich zunehmend als alternative Exit-Kanäle für eine wachsende Zahl von Marktteilnehmern. Das Fundraising dürfte anziehen, sobald sich die Cashflow-Engpässe auflösen und die temporäre Überallokation institutioneller Investoren im Bereich Alternatives wieder ins Gleichgewicht kommt.
Dennoch bleiben wesentliche Risiken bestehen – insbesondere vor dem Hintergrund steigender globaler Staatsverschuldung, die geopolitische Spannungen und ökonomische Verwerfungen begünstigen könnte.
Wie navigieren Sie in diesem Marktumfeld – und was sind Ihre zentralen Investitionskriterien?
Das Marktumfeld verbessert sich spürbar – gleichzeitig bleibt das Risiko externer Schocks real. Deshalb verfolgen wir auch weiterhin konsequent unseren bewährten „Triple Alpha“-Ansatz von Unigestion, um in allen Marktphasen überdurchschnittliche Renditen und erfolgreiche Exits zu erzielen – über sämtliche Strategien hinweg.
Dieser Ansatz beruht auf drei zentralen Säulen:
Erstens investieren wir ausschließlich in Unternehmen, deren Wachstum durch langfristige, strukturelle Trends gestützt wird. So vermeiden wir konjunkturabhängige Zyklen und reduzieren das Risiko negativer Marktentwicklungen während unserer Haltedauer – was Exits unabhängig vom makroökonomischen Umfeld ermöglicht.
Zweitens konzentrieren wir uns konsequent auf den Mid-Market. In diesem Segment sind Bewertungen und Fremdfinanzierungsquoten tendenziell vernünftiger und stärker an den Fundamentaldaten ausgerichtet. Das ermöglicht eine Wertschöpfung, die primär auf operatives Wachstum und Markt-Konsolidierung unter attraktiven Bedingungen zurückzuführen ist.
Drittens wenden wir durchgängig unseren bewährten Bottom-up-Investitionsprozess an, der auf fundamentalen Unternehmensdaten basiert. Dieser wurde in über 25 Jahren entwickelt und über mehrere Marktzyklen hinweg verfeinert.
In der Kombination geben uns diese drei Säulen das Vertrauen, auch in einem volatilen Umfeld erfolgreich zu agieren, attraktive Ausschüttungen zu erzielen und weiterhin stabile Wertentwicklungen für unsere Investoren zu liefern.
Wie Unigestion das Jahr 2026 einschätzt - inklusive Erwartungen, Strategien und potenzieller Risiken im Q&A-Format - lesen Sie hier in den kommenden Tagen.
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