HarbourVest-Umfrage: US-Pensionspläne sehen hohes Potenzial für bessere Altersvorsorge

Laut einer neuen Umfrage von HarbourVest Partners glauben die meisten US-Pensionsplan-Verantwortlichen, dass Private Markets die Ergebnisse für Altersvorsorgesparer verbessern können. Gleichzeitig sehen sie erheblichen Aufklärungsbedarf bei Themen wie Diversifikation, Regulierung und Teilnehmerkommunikation.

Private Equity

30.12.2025 11:59 Uhr

Private Markets im Fokus der DC-Pläne

Wie HarbourVest Partners im Rahmen einer Pressemitteilung erklärte, sehen 94% der 200 befragten US-Pensionsplan-Verantwortlichen in Private Markets eine potenziell positive Wirkung auf die Altersvorsorge. Die Studie basiert auf einer im Oktober 2025 durchgeführten Befragung von 200 Senior-Entscheidern bei US-amerikanischen Defined Contribution (DC)-Plänen, durchgeführt durch Censuswide. Hintergrund der Untersuchung ist der demografische Wandel in den USA: Bis 2050 soll die Zahl der über 65-Jährigen auf rund 88 Millionen anwachsen (Quelle: U.S. Census Bureau, März 2016).

Diversifikation als zentrales Risikomanagement-Instrument

86% der Befragten bewerten Diversifikation als zentrales Instrument zur Risikosteuerung in ihren Portfolios. Gleichzeitig zeigt die Studie ein mögliches Missverständnis über die tatsächliche Risikoverteilung in Private Markets: 99% der Befragten halten Fonds mit weniger als 100 Einzeltiteln für ausreichend diversifiziert – laut HarbourVest-Daten sei jedoch eine Streuung über mindestens 200 Einzelbeteiligungen notwendig, um eine echte Diversifikation in Private Equity zu erreichen (Quelle: interne Analyse von HarbourVest, Stand Januar 2024). Zudem erkannten weniger als 20% der Befragten, dass typische Private-Equity-Dachfonds oft weniger als 30 Positionen enthalten (Quelle: Bain & Company, Global Private Equity Report 2025).

Aufklärungsbedarf bei Regulierung und Strukturierung

Trotz des Optimismus zeigen sich auch Herausforderungen: 91% der Befragten fühlen sich intern gut aufgestellt für die Integration von Private Markets in DC-Pläne. Dennoch besteht laut Umfrage hoher Informationsbedarf – insbesondere hinsichtlich regulatorischer Anforderungen, treuhänderischer Pflichten und der Portfolio-Konstruktion. Als größte Hürden wurden zudem Kosten, Gebührenstrukturen und mangelnde Transparenz genannt, gefolgt von fehlender Teilnehmerkommunikation und -verständnis.

Fazit

Die Umfrage unterstreicht die wachsende Offenheit institutioneller Investoren gegenüber Private Markets im DC-Kontext – macht jedoch auch deutlich, dass es neben Anlageprodukten vor allem an Wissen, Kommunikation und Transparenz fehlt. HarbourVest sieht darin eine Chance für weiteres Wachstum, verweist aber auf die Notwendigkeit einer breiteren Streuung und eines tieferen Verständnisses der Assetklasse.

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