Scope-Studie: Privatmarktanlagen bleiben tragende Säule im Vertrieb von Private-Banking-Häusern

Trotz volatiler Märkte setzen deutsche Private-Banking-Häuser weiterhin verstärkt auf nicht-börsennotierte Investments. Eine aktuelle Branchenumfrage zeigt, dass vor allem Immobilien und Infrastrukturprojekte im Fokus stehen, während der europäische langfristige Investmentfonds (ELTIF) als Vehikel deutlich an Bedeutung gewinnt.

Statistiken & Regulatorik

27.01.2026 12:41 Uhr

Der Trend zu alternativen Investments im deutschen Wealth Management ist ungebrochen. Laut der aktuellen Studie „Zukunft von Sachwertanlagen im Private Banking 2026“, durchgeführt von Scope, RUECKERCONSULT und dem Private Banking Magazin, bieten rund zwei Drittel aller befragten Institute ihren Kunden Zugang zu Privatmarktanlagen an. Dabei steht für die Anleger weniger die maximale Rendite im Vordergrund: Das wichtigste Anlageziel ist der Erhalt des Vermögens, gefolgt von der Diversifikation des Portfolios.

Immobilien und Private Equity führen das Feld an

Die Umfrage verdeutlicht die Dominanz klassischer Sachwerte. Mit einer Quote von 92 Prozent sind Immobilien die am häufigsten angebotene Assetklasse unter den Instituten, die Privatmarktanlagen führen. Hierbei konzentrieren sich die Banken vor allem auf deutsche Wohnimmobilien sowie europäische Logistik- und deutsche Büroobjekte.

An zweiter Stelle rangiert Private Equity (84 Prozent), gefolgt von Infrastruktur (68 Prozent) und Private Debt (64 Prozent). Während bei Immobilien oft noch Direktanlagen genutzt werden, setzen Banken bei Private Equity und Infrastruktur verstärkt auf indirekte, teils semiliquide Strukturen. Besonders der ELTIF etabliert sich dabei zunehmend als wichtiges Brückeninstrument für Privatanleger.

Infrastruktur als zukunftsorientierter Schwerpunkt

Im Bereich der Infrastruktur zeigt sich ein klarer Fokus auf die Megatrends der Dekarbonisierung und Digitalisierung. Die befragten Häuser priorisieren Investitionen in:

  • Energie- und Verkehrsnetze
  • Umwelt- und Wasserinfrastruktur
  • Rechenzentren

Renditeerwartungen je nach Assetklasse

Die Ansprüche an die Performance variieren stark zwischen den Segmenten. Während bei Immobilieninvestments die Mehrheit der Institute Mindestrenditen zwischen drei und fünf Prozent fordert, liegen die Erwartungen bei Infrastruktur und Private Debt mit fünf bis sieben Prozent bereits höher. Die Spitzenposition nimmt Private Equity ein: Hier werden mehrheitlich Renditen zwischen sieben und zehn Prozent vorausgesetzt.

Die Ergebnisse basieren auf einer Befragung von 43 Private-Banking-Einheiten, die Ende 2025 durchgeführt wurde und einen repräsentativen Querschnitt der deutschen Vermögensverwaltung darstellt.

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