Die achte jährliche „Private Markets Study“ von Aviva Investors zeigt eine deutliche Verschiebung in der Anlagestrategie globaler Institutionen. Für die Untersuchung wurden 500 Anleger aus Europa, Nordamerika und dem asiatisch-pazifischen Raum befragt, die zusammen ein Vermögen von 6,5 Billionen US-Dollar verwalten. Der durchschnittliche Anteil von Private Markets in den Portfolios ist auf einen Rekordwert von 12,5% gestiegen.
Regionale Unterschiede und Renditeerwartungen
Spitzenreiter bei den Investitionen ist Nordamerika mit einer durchschnittlichen Allokation von 14,4%. In Europa liegt dieser Wert bei 12,1%, während der asiatisch-pazifische Raum 11,9% verzeichnet. Die Zuversicht in die Anlageklasse ist ungebrochen: 76% der Befragten gehen davon aus, dass private Märkte in den nächsten fünf Jahren die öffentlichen Märkte schlagen werden.
Als Hauptgründe für das Engagement nennen 76% die Risiko- und Renditediversifizierung. Ein immer wichtigerer Faktor wird dabei die sogenannte Illiquiditätsprämie. David Hedalen, Leiter Private Markets Strategy & Research bei Aviva Investors, erklärt dazu: „Die diesjährige Studie zeigt die zunehmende Bedeutung von Illiquiditätsprämien als wichtigen Faktor für Anleger [...]. Wir glauben, dies erklärt, warum die Illiquiditätsprämie sich schnell zu einer zentralen Säule für die Allokation in Private Markets entwickelt.“
Immobilien und Private Debt im Fokus
Real Estate Equity bleibt mit einem Anteil von 22% an den Gesamtabschlüssen die dominierende Anlageklasse weltweit. Den stärksten Zuwachs verzeichneten zuletzt jedoch Private Equity und Private Corporate Debt. Besonders bei beitragsorientierten Pensionsfonds (DC-Fonds) gewinnen diese Werte an Bedeutung; 72% dieser Fonds sind überzeugt, dass private Märkte zu einer besseren Performance für ihre Mitglieder führen.
Im Bereich der privaten Schuldtitel sieht Hedalen eine qualitative Weiterentwicklung: „Es ist nicht mehr nur ein Ersatz für Bankkredite, sondern eine spezialisierte, differenzierte Anlageklasse, die immer ausgefeilter wird“. Vor allem Asset-Backed-Kredite sowie opportunistische Schuldtitel gelten hier als besonders attraktiv.
Trend zu Co-Investitionen
Ein signifikanter Wandel zeigt sich in der Art des Marktzugangs. Während Pooled-Fonds weiterhin am beliebtesten sind, ist das Interesse an Co-Investitionen sprunghaft von 35% im Vorjahr auf nun 54% gestiegen. Bei sehr großen Investoren (über 20 Milliarden Vermögen) liegt dieser Wert sogar bei 57%. Laut Hedalen deutet dies auf den Wunsch nach „stärkerer Kontrolle der Portfolios auf der Ebene der Vermögenswerte“ sowie nach massgeschneiderten Risiko- und Renditeprofilen hin.
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