Private Debt hat sich in den vergangenen Jahren trotz Inflation, Zinswende und geopolitischen Krisen als widerstandsfähig erwiesen. Laut HQ Trust blieben die Ausfallraten niedrig bis moderat, was das Fundament für eine entscheidende Marktentwicklung legte: die Entstehung eines aktiven Sekundärmarktes. Dieser ist im Vergleich zum Private-Equity-Pendant noch jung – erste dedizierte Produkte entstanden erst zwischen 2018 und 2020. Dennoch übersteigt die geschätzte Nachfrage bereits das Angebot an Kapital, wobei der Fokus klar auf den reifen Märkten in Nordamerika und Europa liegt, während Asien noch als unterentwickelt gilt.

Mechanismen und Akteure im Sekundärhandel
Sekundärmarkttransaktionen dienen Investoren primär dazu, ihr Exposure zu älteren Fonds-Vintages auf- oder abzubauen. Dabei wird grundlegend zwischen zwei Formen unterschieden:
- GP-geführte Transaktionen: Hier initiiert der Assetmanager die Transaktion, etwa durch die Neustrukturierung oder Fortführung von Portfolios. Diese Form machte zuletzt den Großteil des Transaktionsvolumens aus.
- LP-geführte Transaktionen: Hier erwerben Investoren bestehende Fondsbeteiligungen von anderen Anlegern, um Portfolios umzupositionieren oder Liquidität zu generieren.
Der Handel findet dabei entweder bilateral statt oder wird über Auktionsprozesse durch spezialisierte Boutique-Investmentbanken und Broker abgewickelt.
Die Bedeutung der fachgerechten Bepreisung
Ein zentraler Aspekt für den Erfolg ist die präzise Bewertung der Portfolios. Da insbesondere Senior-Debt-Strategien kaum eigenständiges Wertsteigerungspotenzial besitzen, ist das Verständnis des Rendite-Risiko-Profils essenziell. HQ Trust weist darauf hin, dass „schlechtere“ Deals in Kreditportfolios häufig länger unrealisiert bleiben als jene, die sich positiv entwickelt haben.
In der Praxis werden Portfolios meist zu einem sogenannten „Discount“ zum NAV (Nettoinventarwert) erworben. Dieser Kaufabschlag dient dem Käufer als Puffer gegen künftige Verluste oder als zusätzliche Renditequelle. Die Höhe dieses Abschlags wird dabei maßgeblich von der Portfolioqualität und dem aktuellen Marktumfeld bestimmt. Letztlich ermöglicht der Sekundärmarkt nicht nur einen schnelleren Aufbau diversifizierter Kreditportfolios, sondern erhöht auch die Flexibilität innerhalb der Strategischen Asset Allocation erheblich.
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