Partners Group hat im Auftrag seiner Kunden den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an AVK Power Solutions vereinbart. Das Management des britischen Unternehmens bleibt als Minderheitsgesellschafter beteiligt. Ergänzend zum geplanten Eigenkapitaleinsatz von mehr als 1 Mrd. USD soll Fremdkapital zur Finanzierung des weiteren Wachstums eingesetzt werden. Finanzielle Details der Transaktion wurden nicht veröffentlicht.
AVK entwickelt, installiert und wartet Stromversorgungslösungen für Rechenzentren und AI-Infrastruktur. Das Angebot umfasst Backup-Generatoren, modulare elektrische Einheiten sowie schlüsselfertige Behind-the-Meter-Infrastruktur einschließlich Microgrids. Daneben bietet das Unternehmen hybride Systeme an, die unter anderem mit Biogas, Biokraftstoffen oder Wasserstoff betrieben werden können.
Nach Angaben von Partners Group hat AVK bislang mehr als 20.000 Projekte umgesetzt und rund 3,5 GW Leistung installiert. Das Unternehmen ist sowohl in den etablierten FLAP-D-Märkten Frankfurt, London, Amsterdam, Paris und Dublin als auch in weiteren europäischen Wachstumsmärkten aktiv.
Netzengpässe begrenzen den Ausbau
Partners Group begründet das Investment mit dem steigenden Strombedarf europäischer Rechenzentren infolge wachsender Cloud-Nutzung und zusätzlicher AI-Compute-Kapazitäten. Gleichzeitig erschweren begrenzte Netzkapazitäten den Ausbau. In den großen FLAP-D-Märkten können neue Netzanschlüsse laut der Mitteilung zwischen sieben und 15 Jahre dauern.
Dezentrale Stromerzeugung hinter dem Netzanschlusspunkt soll Betreibern ermöglichen, Rechenzentrumskapazitäten früher in Betrieb zu nehmen. Nicholas Pepper, Managing Director Infrastructure bei Partners Group, bezeichnete den Zugang zu Energie als einen „defining constraint“ für den europäischen Rechenzentrumsmarkt. Vor-Ort-Erzeugung könne die Zeit bis zur verfügbaren Stromversorgung verkürzen.
Ausbau zur Energy-as-a-Service-Plattform
Gemeinsam mit dem Management will Partners Group AVK zu einer Infrastrukturplattform mit langfristigen Energy-as-a-Service-Modellen entwickeln. Im Mittelpunkt stehen Microgrids, die AVK künftig verstärkt selbst errichten und halten soll. Die erzeugte Energie soll über langfristige Abnahmeverträge an Rechenzentrumsbetreiber oder deren Kunden verkauft werden.
AVK verfügt nach Unternehmensangaben über eine fortgeschrittene Projektpipeline von mehr als 2 GW für Behind-the-Meter-Stromlösungen in Europa. CEO Ben Pritchard erklärte, das Kapital von Partners Group solle insbesondere den Ausbau des bestehenden Power-Solutions-Portfolios unterstützen.
Investment über vierten Infrastruktur-Fonds
Partners Group finanziert die Beteiligung über sein viertes Direct-Infrastructure-Programm, das zuletzt bei mehr als 15 Mrd. USD geschlossen wurde. Insgesamt verwaltet der Asset Manager im Infrastruktursegment mehr als 40 Mrd. USD.
Der Investor verfügt bereits über Beteiligungen im Bereich dezentraler Energieversorgung, darunter Gren und Eteck. Im Rechenzentrumssegment hatte Partners Group zuvor die nordische Plattform atNorth aufgebaut und veräußert. 2025 übernahm das Unternehmen zudem den US-Anbieter Life Cycle Power, der Behind-the-Meter-Energielösungen für Rechenzentren entwickelt.
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