Sagard-Analyse: Niedrigere Multiples und breitere Exit-Kanäle sprechen für Mid-Market-Buyouts

Höhere Finanzierungskosten und längere Haltedauern verändern die Werttreiber im Private Equity. Eine aktuelle Analyse von Sagard zeigt, dass das Mid-Market-Segment durch günstigere Einstiegsbewertungen und höheres operatives Wachstum zunehmend an Attraktivität gewinnt. Wie der Asset Manager gegenüber PrivateMarkets360 mitteilte, rückt die aktive Unternehmensentwicklung anstelle von Financial Engineering in den Fokus institutioneller Allokatoren.

Statistiken & Regulatorik

17.09.2026 10:43 Uhr
Paul Newsome, Head of Investment Solutions, bei Sagard Private Equity Solutions / © PrivateMarkets360/Sagard
Paul Newsome, Head of Investment Solutions, bei Sagard Private Equity Solutions / © PrivateMarkets360/Sagard

Das Marktumfeld für Private Equity hat sich nach einer Dekade niedriger Zinsen grundlegend gewandelt. Steigende Finanzierungskosten und eine verhaltene Exit-Aktivität verschieben die Renditetreiber. In der Analyse „Investing in the Mid-Market“ kommt Paul Newsome, Head of Investment Solutions bei Sagard Private Equity Solutions, zu dem Schluss, dass der Small- und Mid-Market unter den neuen Vorzeichen strukturelle Vorteile gegenüber Large-Caps bietet.

Operatives Wachstum ersetzt Financial Engineering

Renditen lassen sich heute seltener über Leverage oder Multiple-Expansion erzielen. Laut den von Sagard zitierten Marktdaten generierten Small- und Mid-Market-Unternehmen zwischen Einstieg und Exit im Median ein Umsatzwachstum von 55%, während Large-Cap-Unternehmen lediglich 27% erreichten. Beim EBITDA fiel der Unterschied mit 68% gegenüber 32% noch deutlicher aus. Dieses überdurchschnittliche Entwicklungspotenzial im Mittelstand wird häufig durch Digitalisierung, Buy-and-Build-Strategien oder die Professionalisierung gründergeführter Strukturen gehoben.

Median des Umsatz- und EBITDA-Wachstums vom Einstieg bis zum Ausstieg sowie Ausstiegsweg nach TransaktionsvolumenQuelle: Preqin, 2025. Die Wertentwicklung wird netto für den Investor in US-Dollar angegeben

Bewertungspuffer und Exit-Flexibilität

Neben dem Wachstumsvorsprung profitieren Mid-Market-Investoren von disziplinierteren Einstiegspreisen. US-Buyouts in diesem Segment verzeichneten zuletzt im Durchschnitt einen Bewertungsabschlag von rund fünf EBITDA-Multiples gegenüber Large- und Mega-Buyouts. Diese Differenz reduziert die Abhängigkeit von hoher Fremdfinanzierung und schafft einen strategischen Puffer. Auf der Exit-Seite erweist sich das Segment ebenfalls als resilienter: Während Mega-Caps stark von geöffneten IPO-Fenstern abhängen, können mittelständische Unternehmen an einen wesentlich breiteren Kreis potenzieller Käufer, darunter strategische Player und andere Finanzinvestoren, veräußert werden.

Multiplikatoren bei US-Buyout-Transaktionen – Small/Mid-Cap im Vergleich zu Large/Mega-CapQuelle: Preqin, 2025. Die Wertentwicklung wird netto für den Investor in US-Dollar angegeben

Fokus auf Manager-Selektion

Trotz des strukturellen Rückenwinds betont Sagard, dass der Investitionserfolg stärker denn je von der Selektivität abhängt. Mit der zunehmenden Reife des Private-Equity-Marktes entscheidet weniger die bloße Finanzierungsstruktur, sondern vielmehr die sektorale Spezialisierung und operative Expertise der General Partners über die finale Performance des Portfolios.

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